
Toskana-Rundreise: Die perfekte Route für 7 Tage
Die Toskana ist eine dieser Regionen, die man nicht einfach abhakt. Sanfte Hügel, mittelalterliche Städtchen, Weinberge, so weit das Auge reicht, und dazwischen immer wieder ein Ort, an dem man am liebsten einfach sitzen bleiben würde. Wenn du eine Rundreise planst, stellst sich schnell die Frage: Welche Orte lohnen sich wirklich und wie lässt sich das Ganze sinnvoll verbinden, ohne dass man nur von A nach B hetzt?

Genau deshalb findest du in diesem Artikel meine Lieblingsroute für 7 Tage in der Toskana. Sie lässt dir genügend Zeit, die einzelnen Stopps zu genießen, und führt dich trotzdem zu den wichtigsten Highlights der Region. Freu dich auf einen konkreten Tagesplan, Restauranttipps, Unterkunftsempfehlungen und viele weitere praktische Tipps für deine Toskana-Rundreise!
Das Wichtigste auf einen Blick
- Dauer: Für die komplette Route solltest du 7 Tage einplanen, wenn du es entspannter magst, dann eignen sich auch 8 bis 10 Tage.
- Auto für unterwegs: Ein Mietwagen (oder eigenes Auto) ist für diese Rundreise praktisch Pflicht. Viele der kleinen Orte sind mit Bus oder Bahn nur umständlich zu erreichen. Nimm dir wenn möglich ein kleines Auto, die Gassen sind stellenweise richtig eng.
- Wichtig beim Autofahren: Achte auf ZTL-Zonen in den Altstädten (mehr dazu weiter unten).
- Highlight: In San Gimignano lohnt sich unbedingt ein Weintasting in einem der Weingüter rund um die Stadt. Eine konkrete Empfehlung, bekommst du von mir in diesem Artikel.
- Strandtag zur Entspannung: Für einen entspannten Ausgleich zum vielen Sightseeing empfehle ich dir einen Strandtag in Marina di Bibbona.

Anreise in die Toskana
Für diese Rundreise bieten sich zwei Flughäfen an: Entweder Pisa oder Florenz. Wenn du in Pisa landest, dann kannst du direkt meine Route 1:1 übernehmen. Landest du in Florenz, macht es aber keinen Sinn, trotzdem mit Volterra zu starten, dann bist du ja schon vor Ort und würdest quer an der Stadt vorbeifahren. In dem Fall drehst du die Reihenfolge einfach um. Zur Orientierung habe ich für dich hier beide Varianten nebeneinander gelegt:
Route ab Pisa (wie in diesem Artikel beschrieben)
- Volterra
- San Gimignano
- Florenz (Tag 3–4)
- Siena
- Marina di Bibbona
- Pisa (kurzer Stopp vor dem Rückflug)
Route ab Florenz (einfach umgedreht)
- Florenz (Tag 1–2)
- Siena
- San Gimignano
- Volterra
- Marina di Bibbona
- Pisa (kurzer Stopp) und dann zurück nach Florenz zum Rückflug
Unabhängig davon, wo du landest: Ich empfehle dir, dir direkt einen Mietwagen zu nehmen. Die Toskana lebt von ihren kleinen Orten abseits der Zugstrecken, und mit dem Auto bist du einfach deutlich flexibler unterwegs.
Mein Tipp: Nimm dir wenn möglich ein kleines Auto. Die Gassen in Orten wie Volterra oder San Gimignano sind teilweise richtig eng, und ein großer Wagen macht das Rangieren und Einparken unnötig kompliziert. Plane für die Fahrten zwischen den Orten außerdem immer etwas Puffer ein – die Straßen führen oft durch hügeliges Gelände, und du wirst garantiert an der einen oder anderen Aussicht anhalten wollen.
Wenn du natürlich mit dem eigenen Auto aus Deutschland anreist, hat sich das für dich erledigt und du kannst direkt Volterra ansteuern.
Wichtig zu wissen: Die Altstädte von Volterra, San Gimignano, Florenz und Siena sind ZTL-Zonen (Zona a Traffico Limitato), also verkehrsberuhigte Bereiche, in die du mit dem Auto nicht einfach hineinfahren darfst. Kameras erfassen automatisch dein Kennzeichen, und Bußgelder kommen auch Monate später noch per Post nach Hause. Parke daher immer auf einem der ausgeschilderten Parkplätze außerhalb der Zone und lauf die letzten Meter zu Fuß.
Tag 1: Volterra
Fahrzeit ab Flughafen Pisa: ca. 1 Std. 10 Min. (ca. 70 km)
Volterra wird auf vielen Toskana-Routen gerne übersehen und das meiner Meinung nach zu unrecht. Die Stadt liegt hoch oben auf einem Hügel und punktet mit einer beeindruckenden etruskischen und römischen Geschichte, engen Gassen und einem herrlichen Panoramablick über die umliegende Landschaft. Nach der Landung in Pisa ist Volterra dank der kurzen Fahrtzeit ein idealer erster Stopp.

Starte mit einem Spaziergang durch die Altstadt, wirf einen Blick auf das römische Amphitheater am Stadtrand und gönn dir einen Espresso auf der Piazza dei Priori.


Für zwischendurch solltest du außerdem bei der Bottega del Pecorino vorbeischauen. Der kleine Laden verkauft toskanischen Pecorino in allen Variationen. Mein persönlicher Favorit war der Trüffelkäse, der wirklich hervorragend schmeckt. Ein Stück davon eingepackt als Mitbringsel geht immer.
Restaurantempfehlung: Etwas außerhalb, im kleinen Ort Saline, liegt die Osteria Etrusca. Der Weg dorthin lohnt sich: Ich habe hier eine Tagliata con Rucola gegessen, die mit zu den besten Gerichten meiner ganzen Reise gehörte. Wenn du auf der Durchreise bist, plane hier ruhig eine Mittagspause ein. Wirf gerne vorab einen Blick auf die Speisekarte: Menü Osteria Etrusca.

Übernachtungstipp: In Volterra kann ich dir das Hotel La Locanda empfehlen. Es liegt zentral, ist liebevoll eingerichtet und die Gastgeber geben dir gerne Insider-Tipps für die Umgebung mit auf den Weg. Für eine ruhige Nacht in der Etrusker-Stadt machst du mit diesem Hotel nichts falsch.


Tag 2: San Gimignano
Fahrzeit ab Volterra: ca. 45 Min. (ca. 30 km)
San Gimignano ist mit seinen markanten Geschlechtertürmen eines der meistfotografiertesten Postkartenmotive der Toskana – und völlig zu Recht ein Pflichtstopp. Die mittelalterliche Altstadt lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden, und von den Aussichtspunkten am Stadtrand hast du einen fantastischen Blick über die Hügellandschaft.

Für mich war aber nicht die Stadt selbst das größte Highlight, sondern ein Weintasting bei der Tenuta Guardastelle, einem kleinen Weingut direkt vor den Toren San Gimignanos. Die Region ist berühmt für ihren Vernaccia di San Gimignano, einen der ältesten geschützten Weißweine Italiens. Die Kombination aus Weinprobe und Blick über die Weinberge ist ein echtes Toskana-Erlebnis, das ich dir absolut empfehlen kann.
Ich habe meine Weintour inklusive Mittagessen ganz einfach im voraus gebucht. Hier kannst du dir die Tickets für das Weintasting direkt sichern.


Mein Tipp: Plane für San Gimignano unbedingt einen ganzen Tag ein – zwischen Stadtbummel am Vormittag und Weintasting am Nachmittag vergeht die Zeit schneller, als du denkst.
Restaurantempfehlung: Fürs Abendessen kann ich dir das Le Vecchie Mura ans Herz legen. Der Ausblick von der Terrasse über die toskanische Hügellandschaft ist einer der schönsten, die ich auf der ganzen Reise hatte.

Das Essen kann da locker mithalten und die Speisekarte hat einiges zu bieten: Menü Le Vecchie Mura.
Übernachtungstipp: Das Hotel Leon Bianco liegt mitten im historischen Zentrum in einem Gebäude aus dem 11. Jahrhundert und bringt genau das mittelalterliche Flair mit, das man sich in San Gimignano wünscht – von hier aus hast du alle Highlights der Stadt in wenigen Gehminuten erreicht. Perfekte Lage!


Tag 3 und 4: Florenz
Fahrzeit ab San Gimignano: ca. 1 Std. (ca. 55 km)
Florenz braucht eigentlich keine große Vorstellung: Es ist die Großstadt in der Toskana, die vollgepackt mit Kunst, Architektur und Geschichte ist. Der Dom Santa Maria del Fiore mit seiner ikonischen Kuppel, die Uffizien, der Ponte Vecchio und unzählige kleine Trattorien in den Seitenstraßen – hier könntest du locker eine Woche verbringen.

Für die Rundreise reichen aber locker zwei Tage aus, um die wichtigsten Highlights mitzunehmen. Am ersten Tag würde ich mich auf den Dom, die Umgebung der Piazza del Duomo und einen Spaziergang über den Ponte Vecchio konzentrieren. Am zweiten Tag kannst du dir die Uffizien anschauen und einen entspannten Bummel durch das Oltrarno-Viertel machen, das deutlich ruhiger ist als das Zentrum.


Mein Tipp: Für die Uffizien und den Dom solltest du unbedingt vorab online reservieren – sonst stehst du mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich lange in der Warteschlange:
Übernachtungstipp: Das Relais Piazza Signoria liegt in einem historischen Gebäude direkt an der Piazza della Signoria, nur wenige Schritte von den Uffizien entfernt. Besser kannst du eigentlich für zwei Tage Sightseeing kaum wohnen. Vom Hotel aus bist du in nur wenigen Minuten bei all den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Florenz.


Tag 5: Siena
Fahrzeit ab Florenz: ca. 1 Std. 10 Min. (ca. 70 km)
Siena wirkt im Vergleich zu Florenz deutlich kompakter, ruhiger und natürlich kleiner. Aber genau das macht meiner Meinung nach den Charme von Siena aus. Im Zentrum liegt die muschelförmige Piazza del Campo, Schauplatz des berühmten Palio-Pferderennens. Der Dom von Siena mit seiner schwarz-weißen Marmorfassade gehört zu den eindrucksvollsten Sakralbauten der ganzen Toskana.


Ein Tag reicht hier aber völlig aus: Vormittags die Piazza del Campo und den Dom erkunden und am Nachmittag ein Bummel durch die verwinkelten Gassen der Altstadt.
Mein Tipp: Einen kostenlosen und wirklich schönen Blick auf Siena bekommst du vom Vicolo del Campaccio aus – ein echter Geheimtipp für ein tolles Panorama aus der Vogelperspektive, ganz ohne Eintritt.

Was viele nicht auf dem Schirm haben: Die Toskana ist auch für ihre Sandwiches richtig bekannt, und Siena ist dafür der perfekte Ort. Beim Il Bocconcino habe ich das beste Sandwich meiner ganzen Toskana Reise gegessen – mit Porchetta gefüllt, extrem saftig und würzig. Wenn du nur einen Snack in Siena probierst, dann unbedingt diesen.

Übernachtungstipp: Das B&B Il Corso liegt nur 40 Meter von der Piazza del Campo entfernt, in einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Zentraler kannst du in Siena kaum wohnen, und trotzdem ist es im Zimmer angenehm ruhig. Perfektes Hotel für eine Übernachtung!


Tag 6: Marina di Bibbona
Fahrzeit ab Siena: ca. 1 Std. 20 Min. (ca. 85 km)
Nach so vielen Städten und so viel Kulturprogramm darf ein Strandtag nicht fehlen – und dafür ist Marina di Bibbona genau richtig. Der Küstenort an der toskanischen Riviera bietet breite Sandstrände, klares Wasser und deutlich weniger Trubel als andere Küstenorte der Region. Der feine, von Pinienwäldern gesäumte Strand eignet sich hervorragend, um nach den vielen Sightseeing-Tagen einfach mal abzuschalten.

Ich habe hier einen ganzen Tag verbracht und kann das nur empfehlen. Nach Volterra, San Gimignano, Florenz und Siena tut die Ruhe am Meer richtig gut, bevor es weiter zum letzten Stopp der Reise geht.
Übernachtungstipp: Die Bubble Room Tuscany liegt nur 100 Meter vom Strand entfernt und besitzt einen eigenen Privatstrand – ideal, wenn du direkt in den Sand fallen willst, ohne erst eine Autofahrt zum Meer einzuplanen. Außerdem steht dir ein kostenloser Parkplatz direkt an der Unterkunft zur Verfügung.


Tag 7: Pisa (optional, auf der Rückreise)
Fahrzeit ab Marina di Bibbona: ca. 1 Std. 05 Min. (ca. 70 km)
Pisa ist auf vielen Toskana-Routen ein Fixpunkt – vor allem wegen des weltberühmten schiefen Turms. Der ist zweifellos ein Highlight und für das obligatorische Erinnerungsfoto ein Muss. Ehrlich gesagt lohnt sich für Pisa aber meist nicht mehr als ein halber Tag: Neben dem Domplatz mit Turm, Dom und Baptisterium bietet die Stadt für eine Toskana-Rundreise vergleichsweise wenig zusätzliche Highlights.


Da du für den Rückflug vielleicht ohnehin am Flughafen Pisa vorbeikommst, würde ich den Besuch genau als letzten Stop einlegen. So machst du keinen Umweg, sondern nimmst Pisa quasi auf dem Weg zum Flughafen mit.
Mein Tipp: Wer den Turm besteigen möchte, sollte Tickets vorab online buchen. Die Kapazität pro Zeitfenster ist begrenzt, und spontan vor Ort wird es oft eng: Eintrittskarte für den Schiefen Turm und die Kathedrale.
FAQ – Die wichtigsten Fragen zur Toskana Rundreise
Wie viele Tage sollte man für eine Toskana Rundreise einplanen?
Für diese Route solltest du 7 Tage einplanen. Wenn du es entstpanner angehen möchtest und in einigen Städten länger bleiben magst, dann lohnen sich auch bis zu 10 Tage.
Braucht man für die Toskana einen Mietwagen?
Ja, unbedingt. Viele der schönsten Orte liegen abseits der Bahnstrecken und sind mit dem Auto deutlich entspannter zu erreichen.
Was ist die beste Reisezeit für die Toskana?
Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) bieten angenehme Temperaturen und deutlich weniger Touristen als der Hochsommer. Die Wochen Mitte Juli bis Mitte August würde ich eher meiden – da wird es in den Städten oft über 30 Grad heiß, und die Straßen sind zusätzlich sehr voll.

Fliegt man besser nach Florenz oder nach Pisa?
Beides funktioniert gut, du solltest nur deine Route entsprechend anpassen. Landest du in Pisa, startest du am besten mit Volterra und hebst dir Pisa selbst für den letzten Tag auf. Landest du in Florenz, drehst du die Route einfach um und startest direkt in der Stadt (die genaue Reihenfolge für beide Varianten findest du weiter oben im Abschnitt zur Anreise).
Muss man Pisa auf der Rundreise einplanen?
Nein, nicht zwingend. Für den schiefen Turm allein lohnt sich ein kurzer Stopp, aber die Stadt bietet darüber hinaus nicht allzu viel. Wenn du dein Zeitbudget lieber in Volterra, San Gimignano oder Marina di Bibbona investierst, verpasst du nichts Entscheidendes.

Mein Fazit zur Toskana Rundreise
Diese Toskana Rundreise verbindet kulturelle Highlights wie Florenz und Siena mit weniger überlaufenen Orten wie Volterra, einem tollen Erlebnis in San Gimignano und einem entspannten Strandtag in Marina di Bibbona. Pisa nehme ich bewusst als optionalen Stopp auf der Rückreise mit hinein – schön für ein Foto, aber kein Muss. Genau dieser Mix aus Kunst, Geschichte, Wein und Entspannung macht die Toskana für mich so besonders. Außerdem ist diese Route perfekt für 7 Tage, um alles in Ruhe zu genießen, ohne das es zu stressig wird.
Warst du schon einmal in der Toskana? Welcher Ort hat dich am meisten begeistert? Schreib es mir gerne in die Kommentare!
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